Mein Test
Einige Wochen vorher hatte ich mit meiner Psychologin einen inoffiziellen Intelligenztest durchgeführt, dessen Ergebnis mich doch ziemlich überrascht hatte.
Als ich mich mit dem Ergebnis und dessen Bedeutung beschäftigt habe, bin ich auf Mensa gestoßen. Aufgrund des vorherigen Testergebnisses habe ich mir gute Chancen auf das Bestehen des Mensa-Tests ausgerechnet.
Das offizielle Mensa-Testergebnis war dann auch recht eindeutig.
Besonders gut abgeschnitten habe ich in den Bereichen Praktisches Rechnen und Raumvorstellung (räumliches Denken).
Nur durchschnittliche Ergebnisse hatte ich im Bereich Gedächtnis / Merkfähigkeit.
Alles in allem habe ich einen IQ-Wert von 138 Punkten erreicht, was einem Prozentrang von 99 entspricht.
Der Prozentrang bezeichnet meine Position innerhalb der jeweiligen Referenzgruppe. Bei Intelligenztests spielt dabei unter anderem das Alter eine Rolle.
Ein PR von 99 bedeutet beispielsweise, dass mein IQ-Wert gleich hoch oder höher war als der von 99 % meiner Referenzgruppe.
Mensa International
Gegründet wurde Mensa am 1. Oktober 1946 in Oxford von dem australischen Juristen Roland Berrill und dem britischen Wissenschaftler und Juristen Lancelot Lionel Ware.
Ihre Idee war, Menschen unabhängig von Herkunft, gesellschaftlicher Stellung, Religion oder politischer Überzeugung zusammenzubringen – entscheidend für die Aufnahme sollte allein die gemessene Intelligenz sein.
Der Name „Mensa“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Tisch“. Er steht sinnbildlich für einen runden Tisch, an dem Herkunft, Alter, Geschlecht, Bildung oder sozialer Status keine Rolle spielen sollen. Mensa versteht sich dabei ausdrücklich nicht als politische oder weltanschauliche Organisation.
Neben dem persönlichen Austausch seiner Mitglieder gehören die Förderung intellektueller und sozialer Kontakte sowie die Beschäftigung mit menschlicher Intelligenz zu den Zielen der Organisation.
Heute ist Mensa international organisiert. Mensa International bildet den Dachverband der nationalen Mensa-Organisationen und zählt weltweit rund 150.000 Mitglieder. Nationale Organisationen gibt es in zahlreichen Ländern auf fast allen Kontinenten.
Mensa in Deutschland e.V.
Mit inzwischen mehr als 20.000 Mitgliedern ist sie nach eigenen Angaben das größte Netzwerk für hochbegabte Menschen in Deutschland. Der Verein organisiert unter anderem regionale Treffen, Vorträge, Ausflüge, Spieleabende, größere Jahrestreffen und zahlreiche Interessengruppen. Ein großer Teil des Vereinslebens wird ehrenamtlich organisiert.
Neben dem eigentlichen Vereinsleben beschäftigt sich Mensa in Deutschland auch mit den Themen Hochbegabung, Bildung und Intelligenzforschung. Über die MinD-Stiftung werden beispielsweise wissenschaftliche Projekte, Bildungsangebote sowie Angebote für hochbegabte Kinder und Jugendliche unterstützt.
Aufnahme und IQ-Test
Die Voraussetzung für eine Mitgliedschaft bei Mensa ist weltweit grundsätzlich dieselbe: Bei einem anerkannten und entsprechend normierten Intelligenztest muss ein Ergebnis erreicht werden, das höher liegt als das von mindestens 98 Prozent der Bevölkerung.Man muss also zu den obersten zwei Prozent der jeweiligen Vergleichsgruppe gehören.
Bei den in Deutschland üblichen IQ-Skalen mit einem Mittelwert von 100 und einer Standardabweichung von 15 entspricht diese Grenze einem IQ von mindestens 130.
Ein IQ von 130 bedeutet dabei nicht, dass jemand „30 Prozent intelligenter“ als eine Person mit IQ 100 wäre. Der IQ ist ein statistischer Vergleichswert: Ein Ergebnis von 130 liegt ungefähr zwei Standardabweichungen über dem Mittelwert und wird nur von etwa zwei Prozent der Bevölkerung erreicht.
Mensa in Deutschland bietet hierfür eigene wissenschaftlich anerkannte und normierte Intelligenztests an, die regelmäßig in zahlreichen deutschen Städten durchgeführt werden. Dabei werden verschiedene kognitive Fähigkeiten untersucht.
Wer bereits an anderer Stelle einen geeigneten professionellen Intelligenztest durchgeführt hat, muss den Mensa-Test nicht unbedingt erneut absolvieren: Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch ein vorhandenes psychologisches Gutachten beziehungsweise Testergebnis von Mensa anerkannt werden.
Wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen dem eigentlichen Aufnahmetest und verschiedenen Online-IQ-Tests. Der Online-Test auf der Mensa-Webseite dient lediglich dazu, einen Eindruck von typischen Aufgaben zu vermitteln.
Er stellt keinen Nachweis einer Hochbegabung dar und berechtigt unabhängig vom erzielten Ergebnis nicht zur Mitgliedschaft. Für die Aufnahme ist ein entsprechend anerkannter und unter kontrollierten Bedingungen durchgeführter Intelligenztest erforderlich.
Mehr als nur ein hoher IQ
Die Mitgliedschaft bei Mensa sagt zunächst nur etwas über das Ergebnis eines Intelligenztests aus.Sie ist weder eine Aussage über den Wert eines Menschen noch automatisch über dessen Wissen, Bildung, beruflichen Erfolg oder soziale Fähigkeiten. Auch Mensa selbst weist darauf hin, dass Intelligenz lediglich eines von vielen Merkmalen eines Menschen ist.
Für viele Mitglieder liegt der eigentliche Reiz von Mensa deshalb weniger in dem Testergebnis selbst als in der Möglichkeit, Menschen mit ähnlichen Erfahrungen und Interessen kennenzulernen.
Das Spektrum reicht von lockeren Stammtischen und gemeinsamen Freizeitaktivitäten über Fach- und Interessengruppen bis hin zu Vorträgen, Diskussionen und internationalen Treffen.
Mensa ist damit weniger ein „Club für Genies“ als vielmehr ein Netzwerk sehr unterschiedlicher Menschen, deren gemeinsames formales Merkmal darin besteht, bei einem anerkannten Intelligenztest zu den obersten zwei Prozent der Bevölkerung zu gehören.
Was wird beim Mensa-IQ-Test geprüft?
Dabei geht es weniger darum, was man gelernt hat, sondern unter anderem darum, wie gut man Zusammenhänge erkennt, Informationen verarbeitet und logische Probleme löst.
Typische Intelligenztests untersuchen beispielsweise Fähigkeiten aus Bereichen wie logischem und schlussfolgerndem Denken, sprachlichem Verständnis, numerischem Denken, räumlichem beziehungsweise figuralem Denken und Merkfähigkeit.
Welche konkreten Aufgaben beim Mensa-Aufnahmetest verwendet werden und wie die einzelnen Bereiche aufgebaut sind, wird jedoch bewusst nicht veröffentlicht.
Das hat einen wichtigen Grund: Ein Intelligenztest soll möglichst die tatsächliche kognitive Leistungsfähigkeit messen und nicht, wie gut sich jemand auf bestimmte Aufgaben vorbereitet hat.
Würden die konkreten Testfragen oder deren Lösungen vorher bekannt sein, könnte dies die Aussagekraft des Testergebnisses beeinträchtigen.
Mensa selbst stellt deshalb lediglich Beispielaufgaben und Online-Übungen zur Verfügung, mit denen man einen Eindruck davon bekommen kann, welche Art von Denkaufgaben bei Intelligenztests vorkommen kann.
Diese Aufgaben sind jedoch nicht mit den tatsächlichen Aufgaben des Aufnahmetests gleichzusetzen.